Dienstag, 10. Dezember 2019

Farbmolekül - ein Modellprojekt der Fritz-Karsen-Schule

Im Wahlpflichtkurs Chemie der Klasse 9 sind Farben und Farbstoffe Thema. Eine gute Möglichkeit, die beiden Fächer Kunst und Chemie miteinander zu verbinden. Seit Beginn des Schuljahres experimentieren die SchülerInnen und Schüler in einem künstlerischen Prozess mit den in chemischer Analyse gewonnenen Erkenntnissen.

Dieses Projekt wird von von Frau Thäsler, Lehrerin im Fach Kunst, Herrn Pflanz, dem Chemielehrer, und Frau Lau als bildender Künstlerin begleitet. Die Schülerinnen und Schüler stellen Farben auf verschiedenen Wegen her: Aus Idanthrenfarben werden in chemischen Experimenten Grundfarben gewonnen. Auf natürlichem Wege werden Sande als Pigmente gesammelt und mechanisch behandelt. Aus Walnussfarben werden Naturfarben gekocht oder rote Beete dazu geschnippelt. Für die Experimente bilden die Schülerinnen und Schüler spontan Interessengemeinschaften. Im Team ist es viel einfacher zu forschen und spontan Einfälle in die so entstandene kleine Runde zu bringen, um sie gemeinsam auszuprobieren, zu beobachten und zu bewerten.

Mit den Idanthrenfarben und Laborglasröhrchen kann man wunderbare Experimente machen. Die sonst sehr spröden Glaser lassen sich recht schnell durch Hitze verformen. Viele Schülerinnen und Schüler begeistern sich dafür und versuchen in verdrehten Formen Farben einzuschließen. Mikael versucht, den gesiebten Sand mit dem Saft einer Beete zu färben und erhitzt das Gemisch auf dem Gasbrenner. Janina schaut zu und überlegt scheinbar, ob sie nicht doch lieber mit Abigail zeichnet. Die ist gerade dabei, das Ende eines Astes in den Brenner zu halten, bis er verkohlt. Damit lassen sich wunderbar Striche auf dem Papier zu einer Figurengruppe anordnen. Tobias reibt frische grüne Blätter auf weißem Papier und presst ein Blatt der gleichen Pflanze zwischen Zeitungspapieren. Eine Woche später ist beides zusammen eine Komposition. Aylim und Rebecca hängen verschieden eingefärbte Textilien auf Labormaterialien. Eine Woche lagen die Stoffstückchen im Färbebad aus gekochten Walnussschalen. Die Textilien aus unterschiedlichen Fasermaterialien haben den Farbton anders angenommen. Die Seide hat einen warmen mittelbraunen Ton. Der Farbton der Baumwolle wirkt etwas kühler. Auf dem Ständer für Chemie-Laborgläser aufgehängt, bekommt die ganze Apparatur einen künstlerisch objekthaften Charakter.

Auf die Frage, was im Projekt anders ist, als im üblichen Chemieunterricht, lautet eine Antwort: "Im Chemieunterricht ist es eher so, dass wir Experimente machen, um etwas nochmal zu beweisen oder herauszufinden. In diesem Unterricht war es anders, denn wir haben Sachen hergestellt für ein Projekt, um Farben aus einem anderen Blickwinkel zu sehen." Das Ziel des Projektes ist es , die entstehenden Ergebnisse aus beiden Fachbereichen im Februar nächsten Jahres in einer Ausstellung zur Präsentation zu bringen.

Farbmolekül - ein Modellprojekt der FKS Farbmolekül - ein Modellprojekt der FKS
Farbmolekül - ein Modellprojekt der FKS Farbmolekül - ein Modellprojekt der FKS